Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Uniper Kraftwerke GmbH (UKW) führt freiwillig eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung entsprechend § 25 Abs. 3 VwVfG NRW im Rahmen des Vorhabens Bau einer Erdgasleitung von Dorsten zum Kraftwerksstandort Scholven der UKW durch.

Die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung ist ein vergleichsweise junges Instrument, um schon vor der eigentlichen Antragstellung bei der Bezirksregierung Münster den vorhabenbezogenen Dialog zwischen dem Vorhabenträger UKW und der Öffentlichkeit einzuleiten. Das schafft Transparenz und die Möglichkeit, Äußerungen und Hinweise aus der Öffentlichkeit frühzeitig in Planungsprozess einbeziehen zu können.

Projekt Gasleitung Scholven

Projekt Gasleitung Scholven

Warum eine neue Erdgasleitung?

Die Uniper Kraftwerke GmbH (UKW) betreibt im Gelsenkirchener Stadtteil Scholven das Kraftwerk Scholven. Die UKW beabsichtigt, die am Standort Scholven existierenden, steinkohlegefeuerten Energieerzeugungsanlagen, deren Lebensdauer sich schrittweise dem Ende neigt, in Zukunft durch erdgasbefeuerte Energieerzeugungsanlagen zu ersetzen.

Daher plant die UKW zur Standorterhaltung und Arbeitsplatzsicherung (auch bei der umliegenden Industrie), den Standort Scholven zukunftssicher mit Erdgas zu erschließen, um die Versorgung der umliegenden Industrie mit Strom und Dampf sowie die Versorgungsgebiete der Uniper Wärme GmbH weiterhin sicher mit Fernwärme gewährleisten zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Anschluss an das Erdgasfernleitungsnetz notwendig.

Zur Anbindung des Kraftwerkstandortes Scholven an das Erdgasfernleitungsnetz der Open Grid Europe GmbH (OGE) im Raum Dorsten ist der Bau einer weitgehend in Bündelung mit bestehenden Leitungen und Verkehrswegen geführten, neuen Erdgasleitung durch die UKW geplant.

Geplanter Trassenverlauf

Zeitplanung

Wann
Vorbereitung/Erarbeitung der Antragsunterlagen Ab Anfang 2017
Biologische Erhebungen Ab Anfang 2017
Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung Ab Dezember 2017
Scoping-Termin Voraussichtlich Anfang März 2018
Einreichung der Antragsunterlagen zur Planfeststellung bei der Bezirksregierung Münster Voraussichtlich Mitte 2018
Abschluss des Planfeststellungsverfahrens In Abhängigkeit vom Verfahrensverlauf
Bau der Erdgastransportleitung Angestrebt ab Mitte 2019
Inbetriebnahme der Erdgastransportleitung Angestrebt Ende 2020

Die geplante Erdgasleitung in Stichworten

Planungsstand Oktober 2017
Antragssteller und Eigentümer der geplanten Leitung Uniper Kraftwerke GmbH
Geplanter Trassenverlauf Städte Dorsten, Marl und Gelsenkirchen; mehr als 80 % in Bündelung mit bestehenden Leitungen und Verkehrsinfrastrukturen; in Teilabschnitten werden aktuell kleinräumige Varianten geprüft
Transportmedium Erdgas, Erdgas besteht aus gasförmigen Kohlenwasserstoffen, ungiftig, nicht wassergefährdend, farb- und geruchslos
Dimension/ Rohrdurchmesser DN 300, Außendurchmesser > 300 mm
Rohre Stahlrohre gemäß DIN EN 10208-2
Korrosionsschutz Passiver Schutz durch Außenumhüllung (PE), aktiver Schutz mit Kathodenschutzanlage
Auslegungsdruck 67 bar
Leitungslänge ca. 14,9 km
Armaturenstationen 2 Stationen, Anbindungspunkt in Dorsten und Ausspeisepunkt auf dem Kraftwerksgelände in Gelsenkirchen-Scholven
Schutzstreifen 6,0 m (3,0 m beiderseits der Leitungsachse)
Verlegetiefe Erdüberdeckung der Leitung mindestens 1,0 m
Gehölzfreier Streifen 3,0 m beiderseits der Rohraußenkante
Bauzeitlicher Arbeitsstreifen 30,0 m max. erforderlicher Arbeitsstreifen in freier Feldflur, 25,0 m max. erforderlicher Arbeitsstreifen im Wald
Datenübertragung In den Rohrgraben werden Begleitkabel (Kommunikations- und Steuerkabel) verlegt

Bauablauf einer Erdgasleitung

Archäologische Voruntersuchungen

Innerhalb der geplanten Arbeitsflächen werden im Bedarfsfall in den relevanten Bereichen, in Abstimmung mit der Bodendenkmalpflegebehörde, archäologische Voruntersuchungen durchgeführt.

Rohranlieferung

Die für den Bau der Leitung benötigten Stahlrohe werden auf dafür vorgesehene Rohrlagerplätze per LKW geliefert und dort bis zur Ausfuhr auf die Trasse zwischengelagert. Die Rohrlagerplätze haben i.d.R. Anschluss an eine öffentliche Straße.

Absteckung der Trasse

Zunächst werden die Leitungsachse sowie der erforderliche Arbeitsstreifen eingemessen und ausgepflockt.

Räumen der Trasse

Innerhalb des ausgepflockten Arbeitsstreifens werden zunächst Bäume und Sträucher eingeschlagen. Ausgenommen sind davon im Arbeitsstreifen zu erhaltende Gehölze. Vorhandene Zäune, Anlagen und sonstiger Aufwuchs werden beseitigt bzw. aufgenommen.

Abschieben bzw. Abziehen des Oberbodens

Es folgt das Abziehen des Oberbodens im Bereich des Arbeitsstreifens. Der Oberboden wird im Regelfall während der Bauarbeiten im Arbeitsstreifen in einer Miete separat gelagert.

Ausfahren der Rohre

Von den eingerichteten Rohrlagerplätzen werden die Rohre nacheinander mit Spezialfahrzeugen auf die Trasse ausgefahren und abgelegt.

Vorstrecken

Die zuvor ausgelegten, einzelnen Rohre werden zu einem langen, zusammen­hängenden Rohrstrang verschweißt.

Die Längenbegrenzungen der zusammen­geschweißten Rohrabschnitte werden dabei durch Knickpunkte, Straßenquerungen und dergleichen gebildet.

Wasserhaltungsmaßnahmen

Zur Sicherstellung der Verlege- und Schweißarbeiten und um Verschlämmungen des Bodens beim Wiederverfüllen des Rohrgrabens zu vermeiden, ist es erforderlich, den Rohrgraben weitgehend trocken zu halten. Auf grundwassernahen Trassenabschnitten werden daher temporäre Wasserhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

Ausheben des Grabens

Nachdem der Rohrstrang verschweißt ist, wird der Graben z.B. mit einem Profillöffel ausgehoben. Die Tiefe des Grabens muss so gewählt werden, dass nach Bauende eine Regelüberdeckung über dem Rohrscheitel von mind. 1,0 m gewährleistet ist. Der Grabenaushub und der Oberboden werden sorgfältig getrennt voneinander gelagert. Vorhandene Drainagen und Fremdleitungen werden beim Grabenaushub berücksichtigt. Im Zuge des Aushebens des Rohrgrabens werden die im Baufeld vorhandenen Fremdleitungen gesichert.

Absenken des Rohrstranges

Die zusammengeschweißten Rohrstränge werden mit einer gemäß Rohrgewicht und elastischem Biegeradius ermittelten Mindestanzahl an Seitenbäumen in den Rohrgraben abgesenkt.

Kabelverlegung

Zunächst werden die in den Rohrgraben abgesenkten längeren Rohrabschnitte miteinander verschweißt und der Rohrgraben bis etwa zum Rohrscheitel verfüllt. Es folgt das Einlegen des Begleitkabels.

Verfüllung des Grabens

Nach Einmessung der Rohre erfolgt die Verfüllung des Grabens durch einen Bagger, der den Aushub horizontweise rückverfüllt und im erforderlichen Umfang verdichtet.

Wasserdruckprüfung

Alle im System eingebauten Rohrleitungsteile werden nach dem Verfüllen des Rohrgrabens einer Wasserdruckprüfung gemäß des einschlägigen Regelwerks unterzogen.

 

Rekultivierung

Die Arbeitsflächen einschließlich des verfüllten Grabens werden entsprechend der örtlichen Gegebenheiten und des Bedarfes mit einem Tiefenlockerer gelockert. Steine und Baurückstände werden abgesammelt und abgefahren. Der Oberboden wird auf der Arbeitsfläche wieder verteilt.

Bei zu nasser Witterung werden die Rekultivierungsarbeiten eingestellt. Nach dem Oberflächenplanum wird der wieder aufgetragene Oberboden gelockert. Die Flächen werden z. B. wieder der landwirtschaftlichen Grundnutzung zugeführt oder naturnah gestaltet.