Düsseldorf,
08
August
2019
|
07:30
Europe/Berlin

Trotz operativ herausforderndem ersten Halbjahr: Uniper bei Jahreszielen 2019 auf Kurs

  • Bereinigtes EBIT im ersten Halbjahr 2019 bei 308 Mio. Euro; Rückgang gegenüber Vorjahreszeitraum weitgehend erwartet
  • Konzernüberschuss mit 968 Mio. Euro deutlich über Vorjahr
  • Höhere wirtschaftliche Nettoverschuldung insbesondere in Folge hoher Gasfüllstände und gestiegener Pensionsrückstellungen
  • Ergebnisprognose und angestrebter Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2019 bestätigt

Uniper hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019 ein bereinigtes EBIT von308 Mio. Euro erzielt (H1 2018: 601 Mio. Euro). Der Rückgang von rund 293 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum war weitgehend erwartet worden: Unipers operatives Ergebnis wurde im ersten Halbjahr 2019 vor allem durch den Wegfall positiver Effekte des Vorjahres sowie temporär durch preisbedingt höhere Kosten für CO2-Zertifikate belastet. Positiv auf das bereinigte EBIT wirkten dagegen höhere Erzeugungsmengen und gestiegene Strompreise in Russland.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet Uniper eine Reihe von Effekten, die das operative Ergebnis deutlich stützen werden. Am bisherigen Ergebnis- und Dividendenausblick hält das Unternehmen fest: Das bereinigte EBIT soll in einer Bandbreite von 550 bis 850 Mio. Euro liegen, der Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2019 soll rund 390 Mio. Euro betragen. Die Geschäftszahlen werden heute erstmals von Unipers Vorstandsvorsitzendem Andreas Schierenbeck und Finanzvorstand Sascha Bibert vorgestellt, die seit 1. Juni 2019 im Amt sind.

Uniper-Vorstandsvorsitzender Andreas Schierenbeck sagt: „Angesichts der gewaltigen Umbrüche auf den Energiemärkten sind verlässliche Energieversorgung und innovative Kundenlösungen immer gefragtere Produkte. Uniper ist hierfür ein Synonym und gut aufgestellt, um in der Energiewelt der Zukunft eine entscheidende Rolle zu spielen. Unser vorderstes Ziel ist es nun, die bisherige Erfolgsgeschichte von Uniper nahtlos fortzuschreiben. Gleichzeitig werden wir einen verlässlichen strategischen und finanziellen Rahmen setzen, um künftige Wachstumspotenziale zu erschließen. Die steigenden Strompreise, die wir im ersten Halbjahr 2019 an den europäischen Energiemärkten gesehen haben, geben uns dabei zunehmend Rückenwind.“

Uniper-Finanzvorstand Sascha Bibert sagt: „Wir sind zuversichtlich, dass wir im zweiten Halbjahr 2019 zulegen können und unsere gesteckten Ziele erreichen werden. Das erste Halbjahr war insbesondere durch den erwarteten Wegfall von positiven Sondereffekten des letzten Jahres geprägt, aber schon jetzt weisen vor allem unser Russland- und unser Gasgeschäft im Vergleich zum Vorjahr deutliche Verbesserungen auf. Zu den positiven Ergebniseffekten, die wir im zweiten Halbjahr erwarten, zählen unter anderem Preis- und Volumeneffekte bei unseren Wasser- und Kernkraftwerken sowie weitere Optimierungserträge im Gasgeschäft.“

Das bereinigte EBIT im Segment Europäische Erzeugung sank auf 173 Mio. Euro (H1 2018: 372 Mio. Euro). Der gestiegene CO2-Preis hat zu einem negativen Ergebniseffekt geführt. Demgegenüber stehen CO2-Absicherungsgeschäfte und damit einhergehende Marktbewertungsgewinne, die sich erst zum Jahresende 2019 realisieren werden. Dieser so genannte Carbon Phasing-Effekt ist folglich temporär und nicht zahlungswirksam. Belastet wurde das operative Ergebnis im Vorjahresvergleich auch durch fehlende Erträge aus Rückstellungsauflösungen, dem ausgesetzten britischen Kapazitätsmarkt, geringe Produktionsmengen im niederländischen Kohlekraftwerk Maasvlakte 3 sowie im Block 2 von Unipers Minderheitsbeteiligung am schwedischen Kernkraftwerk Ringhals. Hinzu kamen streikbedingte Betriebsunterbrechungen in Frankreich.

Im Segment Globaler Handel sank das bereinigte EBIT auf 91 Mio. Euro(H1 2018: 186 Mio. Euro). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Wegfall positiver Ergebnisbeiträge im Jahr 2018 aus der Absicherung von zukünftigen vertraglich vereinbarten physischen LNG-Lieferungen sowie zusätzlichen Ergebnisbelastungen aus diesen Sicherungsgeschäften im ersten Halbjahr zurückzuführen. Erfolgreiche Optimierungsaktivitäten an den Gashandelsplätzen konnten die negativen Effekte nicht vollständig kompensieren.

Im russischen Stromerzeugungsgeschäft entwickelte sich das operative Ergebnis gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum deutlich positiv und stieg auf 174 Mio. Euro (H1 2018: 142 Mio. Euro). Hierzu trugen vor allem höhere Strompreise sowie gestiegene Erzeugungsmengen aus den Kraftwerken Surgutskaja und Berjosowskaja (Block 1 und 2) bei. Den Zeitplan für die Reparatur des Kessels von Berjosowskaja 3 hat Uniper angepasst: Das Unternehmen erwartet die Wiederinbetriebnahme nunmehr im ersten Quartal 2020.

Im ersten Halbjahr 2019 erzielte Uniper einen Konzernüberschuss von 968 Mio. Euro (H1 2018: -522 Mio. Euro). Der den Uniper-Aktionären zurechenbare Konzernüberschuss lag bei 925 Mio. Euro (H1 2018: -546 Mio. Euro). Der Anstieg gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert ist maßgeblich auf positive Effekte bei der stichtagsbezogenen Marktbewertung der Commodity-Derivate zurückzuführen, mit denen Uniper das Strom- und Gasgeschäft gegen Preisschwankungen absichert.

Der bereinigte Funds from Operations (Adjusted FFO), die für die Bemessung des Ausschüttungspotenzials für die Uniper-Aktionäre relevante Kennzahl, erreichte im ersten Halbjahr 2019 124 Mio. Euro (H1 2018: 589 Mio. Euro). Der Rückgang folgt im Wesentlichen der Entwicklung des operativen Cashflows auf -322 Mio. Euro (H1 2018: 465 Mio. Euro), der im ersten Halbjahr deutlich belastet ist durch den temporären Aufbau von Gasfüllständen. Diese Veränderungen im Nettoumlaufvermögen spielen beim Adjusted FFO allerdings keine Rolle – daher fiel der Rückgang hier deutlich geringer aus.

Unipers wirtschaftliche Nettoverschuldung[1] erhöhte sich zum Stichtag 30. Juni gegenüber dem Jahresende 2018 von 2.509 Mio. Euro um 674 Mio. Euro auf 3.183 Mio. Euro. Maßgebliche Gründe waren der negative operative Cashflow, die Dividendenzahlung an die Aktionäre sowie gestiegene Pensionsverpflichtungen aufgrund des weiter gesunkenen Zinsniveaus, welche durch Einnahmen aus Veräußerungen nicht kompensiert werden konnten.

Die zahlungswirksamen Investitionen bewegten sich mit 240 Mio. Euro auf Vorjahresniveau (H1 2018: 244 Mio. Euro). 145 Mio. Euro wurden in bestehende Wachstumsprojekte, 94 Mio. Euro in Instandhaltungsmaßnahmen investiert.

 
1 Uniper hat die Definition der wirtschaftlichen Nettoverschuldung angepasst: Forderungen aus Börsentermingeschäften (Margining) werden zum 31.3.2019 erstmals als Bestandteil der wirtschaftlichen Nettoverschuldung ausgewiesen. Der Vergleichswert zum 31.12.2018 wurde entsprechend angepasst. Weitere Erläuterungen enthält das Kapitel Finanzlage des Uniper-Halbjahresberichts 2019.

 

Wesentliche finanzielle Kennzahlen des Uniper-Konzerns im 1. Halbjahr 2019

(in Mio. Euro)

H1 2019

H1 2018

+/-

Umsatzerlöse Uniper

36.720

35.968

2%

Bereinigtes EBIT1) Uniper

308

601

-49%

Europäische Erzeugung1)

173

372

-53%

Globaler Handel1)

91

186

-51%

Internationale Stromerzeugung1)

174

142

22%

Administration/Konsolidierung1)

-130

-99

-32%

Konzernüberschuss/ -fehlbetrag

968

-522

>100%

Anteil der Gesellschafter der Uniper SE

925

-546

>100%

Anteile ohne beherrschenden Einfluss

43

24

79%

Operativer Cashflow

-322

465

>-100%

Bereinigter Funds from Operations (Adjusted FFO) 2)

124

589

>-100%

Investitionen

240

244

-2%

Wachstum

145

154

-6%

Instandhaltung

94

90

4%

Wirtschaftliche Nettoverschuldung 4)

3.183

2.5093)

27%

1) Bereinigt um nicht-operative Effekte.
2) Im Wesentlichen bereinigt um nicht nachhaltig der Ausschüttung zur Verfügung stehende operative Cash-Flows.
3) Vergleichswert zum 31. Dezember 2018.
4) Forderungen aus Margining werden zum 31. März 2019 erstmalig als Bestandteil der wirtschaftlichen Nettoverschuldung ausgewiesen. Der Vergleichswert zum 31. Dezember 2018 ist entsprechend angepasst.

 

Über Uniper

Uniper ist ein führendes internationales Energieunternehmen mit Aktivitäten in mehr als 40 Ländern und rund 12.000 Mitarbeitern. Sein Geschäft ist die sichere Bereitstellung von Energie und damit verbundenen Dienstleistungen. Zu den wesentlichen Aktivitäten zählen die Stromerzeugung in Europa und Russland sowie der globale Energiehandel. Der Hauptsitz des Unternehmens ist Düsseldorf.

Diese Pressemitteilung enthält möglicherweise bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der Uniper SE und anderen derzeit für diese verfügbaren Informationen beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die Uniper SE beabsichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, derartige zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren oder an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.