Dunkelflauten
Dunkelflauten sind Phasen mit gleichzeitig sehr geringer Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie (<10% der installierten Leistung). Da Wind- und Solarenergie heute bereits knapp die Hälfte der öffentlichen Stromerzeugung ausmachen, sind diese Phasen zunehmend eine Herausforderung für das Stromsystem und die Versorgungssicherheit.
Wie häufig treten Dunkelflauten auf?
Dunkelflauten sind keine Extrem- oder Randereignisse. Sie treten regelmäßig auf.
mit einer Dauer von mehr als zehn Stunden traten in den letzten zehn Jahren (2016-2025) insgesamt auf.
gab es im Schnitt pro Jahr.
traten Dunkelflauten somit rechnerisch im Durchschnitt auf.
Wie lange dauern Dunkelflauten?
Unsere Analyse von mindestens zehnstündigen Dunkelflauten zeigt: Zwischen 2016 und 2025 dauerten Dunkelflauten im Durchschnitt 12,9 Stunden und damit länger einen halben Tag. Das Stromversorgungssystem muss aber auch auf deutlich längere Dunkelflauten vorbereitet sein. Diese sind zwar seltener, treten aber dennoch regelmäßig auf. Eine 24-stündige Dunkelflaute tritt fasten jeden Monat auf, dreitägige Dunkelflauten rund zweimal pro Jahr. Extreme Dunkelflauten von mehr als fünf Tagen sind zwar die Ausnahme, dennoch muss die Versorgungssicherheit auch in diesen Phasen garantiert werden. Im Schnitt treten diese immerhin alle dreieinhalb Jahre auf. 2023 kam es sogar zu einer fast einwöchigen Dunkelflaute (161 Stunden).
Wie kann in Dunkelflauten die Versorgungssicherheit gewährleistet werden?
Übersteigt die Stromnachfrage die Erzeugung aus erneuerbaren Energien, kommen Kraftwerke, Importe, Lastflexibilitäten und Speicher zum Einsatz. Batteriespeicher spielen dabei eine zunehmend wichtige Rolle: Sie nehmen Überschüsse aus erneuerbaren Energien auf und geben sie in Phasen geringer Erzeugung wieder ab, wodurch Preisspitzen gedämpft werden. Auch kurze Phasen mit niedriger erneuerbarer Erzeugung können sie überbrücken. Deshalb investiert auch Uniper in den Ausbau der Speicherinfrastruktur.
Allerdings reicht die Speichertiefe von Batteriespeichern nicht aus, um längere Dunkelflauten von zehn Stunden zu überbrücken. Kraftwerke, die unabhängig von den Wetterbedingungen gesichert und flexibel Strom erzeugen können, bleiben daher auch weiterhin ein zentraler Baustein der Versorgungssicherheit.
Was bedeutet das für das deutsche Stromsystem?
Durch den fortschreitenden Ausstieg aus der Kohleverstromung und den gleichzeitig steigenden Stromverbrauch droht in Deutschland eine Kapazitätslücke an gesicherter Leistung. Um dieser Herausforderung zu begegnen, will die Bundesregierung mit dem Gesetzentwurf zur Sicherung der Versorgungssicherheit Strom und zur Bereitstellung neuer Kapazitäten (StromVKG) den Bau neuer gesicherter Kapazitäten anreizen.
Geplant ist, gezielt Langzeitkapazitäten auszuschreiben, die mindestens zehn Stunden unter Volllast Strom ins Netz einspeisen können. Kraftwerke erfüllen dieses Kriterium, da sie unabhängig von Wetterbedingungen und Ladezyklen jederzeit zuverlässig Strom erzeugen.
Damit sind sie besonders geeignet, lange Dunkelflauten von mehr als zehn Stunden zu überbrücken, die ein struktureller Bestandteil des deutschen Stromsystems sind.