Herzlichen Dank

für Ihr Verständnis und Ihre Geduld während der Erneuerung der Dammdichtung in Roßhaupten!

Ab April 2018 haben wir die Dammdichtung für rund 30 Mio Euro erneuert und ein hochmodernes Glasfaser-Kontrollsystem eingebaut. Mit der Kombination aus Glasfasermessung und der neuen Dichtung entspricht der Damm höchsten Sicherheitsansprüchen.

Wir freuen uns, dass der Forggensee und die Straße über den Damm jetzt wieder wie gewohnt zur Verfügung stehen.

Auf dieser Webseite finden Sie weiterhin alle Informationen zum Projekt, seinem Fortgang und erfolgreichen Abschluss.

Projektauftakt (21.03.2018)

Nach über 60 Jahren "Auf und Ab": Staudamm Roßhaupten erhält neue Dammdichtung
Uniper investiert 20 Millionen in weitere Anlagensicherheit

Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1954 stehen der Forggensee und das Wasserkraftwerk Roßhaupten und der Damm für ein einzigartiges Ensemble aus Natur, Tourismus, klimafreundlicher Energieerzeugung und Hochwasserschutz im bayerischen Allgäu. Nach einer Betriebsdauer von 64 Jahren steht nun aufgrund von üblichen Alterungserscheinungen eine Sanierung des Damms an, die in enger Abstimmung mit den zuständigen Gebietskörperschaften sowie den fachlichen und rechtlichen Genehmigungsbehörden stattfinden wird. In die Erneuerung der Dammdichtung und die damit einhergehende Anlagensicherheit investiert Uniper rund 20 Millionen Euro.

Der Staudamm Roßhaupten liegt am nördlichen Ende des Forggensees. Dieser ist erst durch den Bau des Damms entstanden. Es ist die Aufgabe des Forggensees und des Damms, hohe Zuflüsse aus Schneeschmelze oder Starkniederschlägen aufzufangen und geordnet an den Lech abzugeben. So werden seit Jahrzehnten Hochwasser am Lech vermieden und niedrige Wasserführungen in den Wintermonaten aufgebessert. Die ausgleichende Wirkung wird durch einen vorgegebenen Zeitraum für den Vollstau vom 1. Juni bis 15. Oktober beschränkt. Hintergrund ist die touristische Bedeutung des Forggensees für die Region.

Wie alle wasserbaulichen Anlagen unterliegt auch die Talsperre Roßhaupten einer regelmäßigen und intensiven Kontrolle. Dafür sind aktuell insgesamt 50 Messstellen installiert, die laufend ausgelesen und ausgewertet werden. Die Auswertung der Messreihen seit 2015 und ergänzende Beobachtungen im Januar dieses Jahres haben ergeben, dass die Dammdichtung erneuert werden muss. Vor diesem Hintergrund hat Uniper mit internen und externen Fachleuten und den zuständigen Behörden umgehend ein mehrstufiges Sanierungskonzept entwickelt. So bleibt die Sicherheit stets gewahrt und der See kann – bei planmäßigem Verlauf der Arbeiten – in den Sommermonaten weitgehend für die touristische Nutzung zur Verfügung stehen. Der angestrebte Zeitplan steht noch unter dem Zustimmungsvorbehalt der Behörden. Grundsätzlich kann ein Wiederaufstau erst nach der Umsetzung der geplanten Maßnahmen stattfinden.

Konkret sieht die für April bis Juni angedachte ersten Phase der Sanierungsarbeiten gezielte Zement-Injektionen in den Dammuntergrund vor. Durch diese Vorab-Injektionen von Zement an zahlreichen ausgewählten Stellen wird der Untergrund gefestigt und für die Einbringung einer Erdbetonschlitzwand vorbereitet. Zusätzlich werden weitere Messeräte für ein begleitendes Monitoring eingebracht und ergänzende Informationen über den Baugrund zur Planung der zweiten Phase gewonnen. In einer zweiten, ab Juli bis Jahresende vorgesehen Bauphase wird von der Dammkrone eine Erdbetonschlitzwand eingebracht – ein Verfahren, das sich international oder auch zum Beispiel bei der 2012 durchgeführten Sanierung des Damms am Sylvensteinspeicher bewährt hat. Diese zusätzliche Abdichtung durch eine Betonschlitzwand über die gesamte Länge des Damms von 320 m mit einer Dicke von ca. 80 cm und einer Tiefe von max. 75 m wird bis zu 40 m tief unter dem Dammfuß in den Untergrund ragen. Diese zusätzliche Dichtwand wird für die nächsten Jahrzehnte des Betriebs die Funktionstüchtigkeit des Damms garantieren.

Die Zement-Injektionen der Phase 1 sollen es ermöglichen, den Wiederaufstau des Forggensees schon vor Abschluss aller Arbeiten durchzuführen. Da diese erste – essentielle - Phase des Sanierungskonzeptes Zeit in Anspruch nehmen wird, ist es nicht möglich, das Erreichen des Sommerstauziels zum 1.Juni zu garantieren. Abhängig vom Baufortschritt in Phase 1 und dem Wasserdargebot rechnen wir mit Verzögerungen von mehreren Wochen. Die Entscheidung über einen Aufstau kann grundsätzlich erst nach den Injektionen und der Auswertung der weiteren in diesem Bauabschnitt gewonnen Informationen erfolgen.

Dazu Carsten Gollum, Leiter der Kraftwerksgruppe Lech: „Im Hinblick auf die große touristische Bedeutung des Forggensees wählt Uniper mit der beschriebenen Vorgehensweise mit den vorgelagerten Injektionen die beste, schnellste aber auch kostenintensivste Variante, die einen Wiederaufstau im Sommer und eine Dammsanierung im laufenden Betrieb des Sees ermöglichen soll. Grundlage aller Entscheidungen ist unsere Sicherheitsphilosophie, die keine Kompromisse zulässt. Wir werden deshalb über den Aufstau allein nach Sicherheitsgesichtspunkten entscheiden.“

Der Sicherheit geschuldet sind auch notwendige Straßensperrungen während der Bauzeit. Da alle wesentlichen Bauarbeiten von der Dammkrone aus vorgenommen werden und dort große Baumaschinen zum Einsatz kommen und diverse An- und Abfahrten mit Material und Werkzeugen erfolgen werden, wird ein Umleitungskonzept für PKW und LKW derzeit erarbeitet und rechtzeitig und umfassend kommuniziert werden.

Um die Rad- und Wanderwege nicht zu unterbrechen, wird es für Fußgänger und Radfahrer Möglichkeiten zur Überquerung des Damms geben Es ist außerdem vorgesehen, vor Ort einen provisorischen Informationspavillon einzurichten, um Besuchern, Informationen über die technisch interessanten Details der Baumaßnahme zu geben. Vor-Ort-Termine für die Presse werden entsprechend des Baufortschritts ebenso stattfinden. Auf der Internetseite der Uniper ist eine Web-Seite mit den jeweils aktuellen Informationen zu Baufortschritt und Umleitungen eingerichtet.

Die Gesamtkosten der Maßnahme werden mit rund 20 Mio. Euro beziffert. Mit der Wiederherstellung von Straße und Radweg über den Damm und der Freigabe für den allgemeinen Verkehr im Frühjahr 2019 wird die Baustelle komplett abgeschlossen sein.

Forggensee-Staudamm ab 11. April gesperrt (06.04.2018)

Der Landkreis Ostallgäu hat am 6. April 2018 bekannt gegeben:

Die Straße über den Forggensee-Staudamm bei Roßhaupten wird ab Mittwoch, 11. April 2018, bis voraussichtlich Mai 2019 für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Grund dafür für die Straßensperrung sind Instandsetzungsmaßnahmen an der Talsperre. Die Umleitungen erfolgen großräumig über Füssen beziehungsweise Lechbruck. Für Radfahrer und Fußgänger bleibt der Staudamm geöffnet.

Während der Bauarbeiten am Staudamm besteht eine Vollsperrung der Kreisstraße OAL 1 für den motorisierten Verkehr. Kraftfahrzeuge können die Talsperre in diesem Zeitraum weder von Roßhaupten noch von Halblech aus überqueren. Es werden zwei großräumige Umleitungsstrecken eingerichtet und ausgeschildert: von Roßhaupten über Füssen und Schwangau nach Halblech und umgekehrt. Und von Marktoberdorf über Lechbruck, Steingaden nach Halblech und umgekehrt.

Radfahrer und Fußgänger können den Staudamm während der gesamten Bauzeit passieren. Fahrräder müssen geschoben werden. Beim Schulverkehr wird die Beförderung der Schülerinnen und Schüler sichergestellt. Sie werden in ihrer Schule und den Schulbussen der Regionalverkehr Allgäu GmbH-RVA informiert.

Der Landkreis bittet alle Verkehrsteilnehmer und Anlieger um Verständnis, dass es während der Bauarbeiten auf den Umleitungsstrecken zu erhöhtem Verkehrsaufkommen und Behinderungen kommen kann.

Zu den Meldungen des Landkreises Ostallgäu

Umleitung über Damm bei Prem (27.04.2018)

Überfahrt über Brücke bei der Staustufe in Prem auf Fahrzeuge unter 12 Tonnen begrenzt:
Sicherheitsmaßnahme wegen erhöhten Verkehrsaufkommens

Aufgrund der aktuell laufenden Arbeiten zur Erneuerung der Dammdichtung des Staudamms Roßhaupten und der aus Sicherheitsgründen notwendigen Sperrung der Straße über den Damm (OAL 1) bis voraussichtlich Frühjahr 2019 kommt es zu einer verstärkten Nutzung der Überfahrtsmöglichkeit bei der weiter nordwestlich gelegenen Staustufe am Kraftwerk Prem. Diese über den Damm führende Straße ist generell nicht für den Verkehr freigegeben und war deshalb nur für Anrainer mit einem Berechtigungsschein der Gemeinde Lechbruck nutzbar. Sie ist nicht geeignet, den gesamten Umleitungsverkehr aufzunehmen.

Um aber vor allem während der gleichzeitigen Sanierung der Helmensteiner Straße in Lechbruck, die voraussichtlich bis Ende Juni 2018 dauern wird, Umleitungsmöglichkeiten zu schaffen, können Anrainer mit dem Berechtigungsschein der Gemeinde Lechbruck die Überfahrt in Prem mit Fahrzeugen bis maximal 12 Tonnen Gesamtgewicht nutzen.

Diese nun eingeführte Beschränkung auf Fahrzeuge unter 12 Tonnen erfolgt als weitere Vorsichtsmaßnahme in Reaktion auf das erhöhte Verkehrsaufkommen. Diese Beschränkung ist mit den zuständigen Behörden abgestimmt und wird von der Polizei stichprobenartig kontrolliert werden.

Uniper ist sich der mit den Sperrungen und Beschränkung der Ausweichmöglichkeiten einhergehenden Belastungen bewusst und bittet die Betroffenen um Verständnis. Alle Maßnahmen dienen der Anlagensicherheit oder der persönlichen Sicherheit auf den Verkehrswegen. Uniper ist sehr bemüht, alle Einschränkungen in jeder Hinsicht auf das absolut notwendige Maß zu beschränken.

Besuch von Staatsminister Dr. Marcel Huber (23.05.2018)

Am 23. Mai besuchte Staatsminister Dr. Marcel Huber im Zuge eines Gespräches zur weiteren Entwicklung des Forggensees, zu dem Maria Rita Zinnecker, Landrätin Ostallgäu, eingeladen hatte, auch die Baustelle auf dem Damm.

Er betonte die ursprünglichen Zielvorgaben des Hochwasserschutzes und der regenerativen Stromerzeugung, die mit dem Bau des Damms und des Kraftwerks Roßhaupten einher gingen und zeigte sich beeindruckt von der Maßnahme sowie der schieren Größe der einzubringenden Dichtwand.

Dr. Huber hob lobend die bei Uniper gelebte Sicherheitsphilosophie hervor: „Zu Safety First gibt es keine Alternative, und ich bin sehr froh, dass das Projekt der Dammerneuerung in diesem Sinne betrieben wird.“

Im Zuge dieses Termins wurde durch Carsten Gollum, Leiter der Uniper-Kraftwerksgruppe Lech, auch deutlich gemacht, dass – falls es zum Aufstau kommt – der Forggensee im Herbst 2018 bis zum 1. November auf dem Sommerstauziel belassen werde, um die Schifffahrt-Saison etwas zu verlängern.

 

Landrätin Maria Rita Zinnecker, Umweltminister Dr. Marcel Huber und Carsten Gollum, Leiter Uniper-Kraftwerksgruppe Lech, bei der Pressekonferenz nach den Gesprächen mit den Anrainer-Kommunen zum Zukunftsprojekt Forggensee.

 

Sicherheitseinweisung vor Besichtigung der Baustelle und erste Erläuterungen anhand der Infotafel.

 

Umweltminister Dr. Marcel Huber und Carsten Gollum auf der Dammkrone. Im Hintergrund eines der Bohrgeräte zur Erkundung des Baugrunds und Injektion der Zementsuspension, die den Baugrund stabilisieren soll.

 

Zustand des Damms lässt derzeit noch keinen (Teil-)Aufstau zu (06.06.2018)

Auswertung der Erkundungsbohrungen weist auf umfangreichen Stabilisierungsbedarf hin

Auf der Grundlage der Empfehlung der mit internen und externen Experten besetzten Kommission und in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten als amtlichen Sachverständigen haben die Projektverantwortlichen bei Uniper entschieden, zum jetzigen Zeitpunkt den geplanten Teilaufstau des Forggensees noch nicht zu starten. Entscheidungsgrundlage bildeten die Auswertungen der seit Anfang April laufenden Bohrungen zur Erkundung des Bauuntergrunds sowie die zusätzlichen Informationen, die bei den Zement-Injektionen in den Dammkörper gewonnen wurden, aber auch die Auswertung der Messreihen einer Vielzahl – zum Teil neu – in den Damm eingebrachten Messinstrumente.

Die Gesamtschau der vorliegenden Informationen und deren intensive Analyse hat bestätigt, dass der Damm insbesondere auf der rechten Dammseite geschwächt ist. Er weist bereichsweise aber andere Schädigungen auf als angenommen, weswegen dort zusätzliche Zement-Injektionen zur Stabilisierung notwendig sind, die weitere Zeit in Anspruch nehmen werden. Diese zusätzlichen Arbeiten werden aktuell schon mit Hochdruck ausgeführt.

Die Entscheidung zum Teilaufstau soll in den nächsten Wochen in Abhängigkeit des Baufortschritts getroffen werden, die Entscheidung zum Vollstau dann in der Folge in Abhängigkeit von der weiteren Analyse des Bauuntergrunds und dem Fortschritt und Erfolg der zusätzlichen Stabilisierungsmaßnahmen.

Ohne ausreichende Stabilität ist die Sicherheit des Damms nicht gewährleistet und ein Aufstau nicht möglich. Jede Entscheidung über einen Aufstau unterliegt einzig Sicherheitsüberlegungen.

Wir werden über den Verlauf der Baumaßnahme weiterhin zeitnah informieren. Auf der Internetseite der Uniper sind die jeweils aktuellen Informationen zu Baufortschritt und den notwendigen Umleitungen eingestellt.

Behelfsumleitung für Fußgänger und Radfahrer eröffnet (02.07.2018)

 

Die Arbeiten für die Erneuerung der Dammdichtung nehmen die komplette Krone des Staudammes in Roßhaupten in Anspruch. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es ab dem 27. Juni 2018 eine Behelfsumleitung entlang des nördlichen Hangs des Damms (Fotos siehe Fotosammlung).

Zu den Meldungen des Landkreises Ostallgäu

Bilder von der Baustelle (Juli 2018)

 

Behelfsumleitung Geländesituation erzwingt steile Rampen

 

Großbohrgerät vor dem Einsatz

 

Hochbetrieb auf der Baustelle Platzbedarf für Maschinen und Personal erfordert Komplettsperrung

Teilaufstau beginnt (02.07.2018)

Anhebung des Wasserspiegels in einem ersten Schritt um 5 Meter

Uniper hat heute entschieden, einen Teilaufstau des Forggensees vorzunehmen. Grundlage ist die Empfehlung der mit internen und externen Experten besetzten Kommission. Der Teilaufstau erfolgt in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten als amtlichen Sachverständigen.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren die Erkenntnisse der seit Anfang April durchgeführten Bohrungen zur Erkundung des Bauuntergrunds und die Bewertung der mittlerweile vorgenommenen, umfangreichen Zementinjektionen. Nach Einschätzung der Experten ist der Damm durch die Injektionen mittlerweile wieder soweit stabilisiert, dass mit dem Teilaufstau – zunächst um 5 m auf 770 mNN – begonnen werden kann.

Der Aufstau unterliegt – wie auch der gesamte Damm – der ständigen Kontrolle. Dazu werden rund 50, zum Teil neu eingebrachte Messeinrichtungen beobachtet und ausgewertet. Sollten die Messwerte während des Aufstaus auf Unregelmäßigkeiten hinweisen, würde dieser umgehend abgebrochen und das aufgestaute Wasser wieder kontinuierlich den Lech abgegeben. Nach weiteren Analysen steht dann die Entscheidung zur Fortsetzung des Aufstaus an. Alleiniges Kriterium für alle Entscheidungen ist aber die Sicherheit.

In welchem Zeitraum der Teilaufstau nun erfolgt, ist nur schwer vorherzusagen, denn er ist von den Zuflüssen im See abhängig. Hinzu kommt die ökologisch bedingte Auflage, jederzeit eine Mindestmenge Wasser in den Lech abzugeben, so dass auch nicht der gesamte Zufluss für den Aufstau zur Verfügung steht.

Wasserspiegel bei Teilaufstau auf 770 mNN (06.07.2018)

Am 2. Juli haben wir mit dem Teilaufstau begonnen. Ziel ist es, einen Wasserspiegel von 770  mNN zu erreichen (siehe Pressemitteilung vom 2. Juli). Zur ungefähren Information, welche Wasserfläche sich beim Erreichen des Stauziels 770 mNN einstellen würde, haben wir eine Darstellung arbeitet. Diese zeigt auf der Basis eines Luftbildes von 2014 zwei Abschätzungen des zu erwartenden Wasserspiegels. Die gelbe Linie markiert eine Abschätzung anhand der Querprofilen aus dem Jahr 2017. Die blaue Linie ist aus Daten abgeleitet, die bei einer Befliegung des Forggensees im April 2014 ermittelt wurden.

Bitte beachten Sie: Es handelt sich jeweils um Abschätzungen. Die konkrete Wasserspiegellage vor Ort kann von den errechneten Werten deutlich abweichen. Der unterstellte Teilaufstau um + 5 Meter auf 770 mNN unterliegt außerdem dem grundsätzlichen Vorbehalt der Sicherheit. Sollten die Messwerte während des Teilaufstau auf Unregelmäßigkeiten hinweisen, würde dieser umgehend abgebrochen und das aufgestaute Wasser wieder kontinuierlich den Lech abgegeben werden.

Grafik: Abschätzung Wasserspiegel 770 mNN (PDF)

Teilaufstau wird fortgesetzt (09.07.2018)

Anhebung des Wasserspiegels um weitere drei Meter auf 773 mNN

Uniper hat heute entschieden, den Teilaufstau des Forggensees fortzusetzen. Wie alle Entscheidungen zum Aufstau basiert auch diese Entscheidung auf der Empfehlung der mit internen und externen Experten besetzten Kommission und erfolgt in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten als amtlichen Sachverständigen.

Der seit dem 2. Juli eingeleitete Teilaufstau um zunächst fünf Meter auf 770 mNN ist erfolgreich verlaufen. Die zur ständigen Kontrolle in den Damm eingebrachten Messeinrichtungen zeigen die erwarteten Werte und bestätigen, dass der Damm durch die Injektionen mittlerweile wieder soweit vergütet ist, dass der Teilaufstau fortgesetzt werden kann.

Ziel ist es nun, eine Wasserspiegellage von 773 mNN zu erreichen. Das Erreichen dieser neuerlichen Zielmarke und die Auswertung der Messergebnisse bilden dann die Grundlage für weitere Entscheidungen zur Fortsetzung des Aufstaus. Alleiniges Kriterium ist dabei aber wie gehabt die Sicherheit des Dammes.

Wie in den vergangenen Wochen werden dazu rund 50, zum Teil neu eingebrachte Messeinrichtungen beobachtet und ausgewertet. Sollten die Messwerte auf Unregelmäßigkeiten hinweisen, würde der Aufstau umgehend abgebrochen und das aufgestaute Wasser wieder kontinuierlich den Lech abgegeben werden. In welchem Zeitraum die neue Zielmarke erreicht sein wird, ist nicht prognostizierbar. Entscheidend sind die Zuflüsse in den See. Hinzu kommt die ökologisch bedingte Auflage, jederzeit eine Mindestmenge Wasser in den Lech abzugeben, so dass auch nicht der gesamte Zufluss für den Aufstau zur Verfügung steht.

Update zum Projektfortschritt (09.07.2018)

Die geplanten Bohrungen – teilweise bis in über 80 Meter Tiefe – zur Erkundung des Baugrunds sind fast vollständig erfolgt. Auch die Injektionsarbeiten sind nahezu abgeschlossen. In den nächsten Tagen wird ein Großbohrgerät eingesetzt werden. Es wird per Schwertransport auf der Baustelle eintreffen. Aufgabe des Großbohrgerätes ist es, durch gezielte senkrechte Bohrungen den Einsatz der Schlitzfräse für die Dichtungswand vorzubereiten.

Abschluss der Phase 1: Injektionen zur Vergütung des Dammkörpers komplett erfolgt (26.07.2018)

Fortsetzung des Aufstaus beschlossen – Damm erhält weltweit einmaliges Monitoringsystem

Die Phase 1, deren Ziel es war, den Damm soweit zu stabilisieren, dass ein Aufstauen möglich wird, ist erfolgreich abgeschlossen. Die Erkundungsbohrungen sind erfolgt und auch die Injektionsarbeiten sind abgeschlossen.

Die in den Damm eingebrachten Messeinrichtungen bestätigen weiterhin, dass der Damm durch die seit April eingebrachten Zement-Injektionen wieder soweit vergütet ist, dass der Aufstau weiter fortgesetzt werden kann. Wie alle Entscheidungen rund um die Erneuerung der Dammdichtung beruht auch diese Entscheidung auf der Empfehlung der mit internen und externen Experten besetzten Kommission und erfolgt in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten als amtlichen Sachverständigen. Alleiniges Kriterium ist stets die Sicherheit.

Wie schnell der See sich weiter füllt, ist naturgemäß abhängig von den Zuflüssen und damit von den Niederschlägen. Hinzu kommt die ökologisch bedingte Auflage, jederzeit eine Mindestmenge Wasser in den Lech abzugeben, so dass nicht der gesamte Zufluss für den Aufstau zur Verfügung steht. Der Aufstau würde umgehend abgebrochen und das aufgestaute Wasser wieder kontinuierlich den Lech abgegeben werden, sollten die Messwerte auf Unregelmäßigkeiten hinweisen.

Eine Entscheidung, ob und wann das Stauziel von 780,5 mNN angefahren wird, kann derzeit noch nicht getroffen werden. Auch eine Einschätzung ob und wann dieses Stauziel erreicht werden kann, ist aus den genannten Gründen nicht möglich.

Innovatives Monitoring: Neues Kontrollsystem auf Glasfaser-Basis

Aktuell laufen Vorbereitungen, ein neues Kontrollsystem aus Glasfaserkabeln in den Dammkörper einzubringen. Dieses, die gesamte Dammbreite und Dammhöhe umfassende System wird über in regelmäßigen Abschnitten eingebrachte Glasfaserkabel den gesamten Damm abdecken und damit ein hervorragendes Informationssystem zur laufenden Kontrolle des Damms darstellen. Der Roßhauptener Damm ist weltweit der erste Damm, der in diesem Umfang mit dieser modernen Überwachungsmethode ausgestatten wird. Die Einbringung dieses System wird voraussichtlich bis Ende August erfolgen. Allein für dieses Kontrollsystem wendet Uniper rund 500.000 Euro der mit insgesamt rund 20 Mio. Euro veranschlagten Bausumme auf.

An der Baustelle ist mittlerweile auch ein Groß-Bohrgerät in Aktion. Um den optimalen Fortschritt der Arbeiten für die Erneuerung der Dammdichtung sicherzustellen, wird dieses Großbohrgerät bis Mitte August teilweise rund um die Uhr arbeiten. Das Großbohrgerät ist über 33 m hoch und hat eine Leistung von 570 Kilowatt (das entspricht 775 PS). Auf dem Damm in Roßhaupten wird es dazu eingesetzt, durch gezielte, senkrechte Bohrungen den Untergrund für das Einbringen der Schlitzwandfräse vorzubereiten. Insbesondere geht es darum, einen Betonschacht im Inneren des Dammkörpers zu entfernen, der nicht mehr gebraucht wird, aber die Einbringung der Schlitzwand behindern würde. Für die mit den Arbeiten eventuell einhergehenden zusätzlichen Beeinträchtigungen bitten wir um Verständnis.

Ebenfalls dem Einbringen der Schlitzwand dienen Vorarbeiten, die ab Ende August durch ein MIP-Gerät bis voraussichtlich Ende September erbracht werden. Das MIP-Gerät (MIP = „Mixed In Place“) fertigt eine Art Schablone für das Schlitzwandgerät an, indem entlang der geplanten Trasse für die Schlitzwand der Boden an beiden Seiten im Abstand von einem Meter bis in eine Tiefe von maximal 9 m verfestigt wird, ähnlich einer Betonwand. Zwischen diesen Wänden wird später die bis in eine Tiefe von bis zu 80 m reichende Schlitzwand hergestellt.  

Zwischenziel erreicht: Fortsetzung des Aufstaus bis auf 778 mNN (03.09.2018)

Platzbedarf auf der Baustelle steigt für Arbeiten der Phase 2

Aufgrund der Regenfälle über das Wochenende war der Zufluss in den Forggensee so umfangreich wie seit Wochen nicht. Deshalb machte der am 2. Juli begonnene Aufstau deutliche Fortschritte. Die von der Kommission mit internen und externen Experten gesetzte Zwischenmarke von 773 mNN wurde in der Nacht zum Samstag überschritten. Aufgrund des erfolgreichen Abschlusses der ersten Projektphase, die durch die Erkundung und vor allem durch die Vergütung des Damms geprägt war, hatte die Expertenkommission in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten als amtlichen Sachverständigen bereits Ende Juli empfohlen, den Aufstau bis auf eine Zielmarke 778 mNN fortzusetzen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Messwerte auf Unregelmäßigkeiten hinweisen, würde der Aufstau umgehend abgebrochen und das Wasser wieder kontinuierlich den Lech abgegeben werden.

Ausschlaggebend für den langsamen Aufstau waren die trockenen Witterung und das damit einhergehende geringe Wasserdargebot. Ein weiterer Grund ist die ökologisch bedingte Auflage, jederzeit eine Mindestmenge Wasser in den Lech abzugeben, so dass nicht der gesamte Zufluss für den Aufstau zur Verfügung steht oder phasenweise auch Wasser aus dem Forggensee an den Lech abgeben werden muss, um das Gesamtsystem Lech ab Roßhaupten bis zur Mündung in die Donau möglichst nicht durch zu geringes Wasserdargebot aus dem Gleichgewicht zu bringen. Bei einer Wasserfläche von über 10 Quadratkilometer und der intensiven Sonneneinstrahlung der letzten Wochen spielte auch die Verdunstung zwar eine kleine, aber nennenswerte Rolle.

Ob und wann die für die Forggensee-Schifffahrt notwendige Zielmarke 780,5 mNN noch in dieser Saison erreicht werden kann, hängt vom weiteren Wasserdargebot und der Entscheidung der Expertenkommission ab, die auf der Grundlage der Messwerte und der technischen Einschätzung des Damms nach dem Erreichen des neuerlichen Zwischenziels von 778 mNN ausgesprochen wird.

Mehr Platz für Gerät und Material

Mit dem Beginn der Phase 2, deren wesentliches Element das Einbringen der Erdbetonschlitzwand ist, steigt auch der Platzbedarf der Baustelle. Ebenfalls dem Einbringen der Schlitzwand dienen Vorarbeiten, die in den nächsten Wochen durch ein MIP-Gerät bis voraussichtlich Anfang Oktober erbracht werden (wir berichteten in der Pressemitteilung vom 26. Juli). Für die Erdbetonschlitzwand, die im Anschluss an die MIP-Wand erstellt wird wird eigens ein kleines Betonmischwerk auf der ehemaligen Parkfläche vor dem Windenhaus eingerichtet. Diese Anlage wird in Summe über 15.000 Kubikmeter Beton herstellen, der über Schlauchleitungen zu den Geräten geleitet wird, die das Material in den Dammkörper einbringen. Auf dem Parkplatz vor dem Kraftwerk wird entnommenes Material vor dem Abtransport zwischengelagert. Dieser Parkplatz wird deswegen zeitweise für die Öffentlichkeit gesperrt. Weitere Vorbereitungs- und Ablageflächen werden am landseitigen Dammfuß eingerichtet.

 

MIP-Gerät im Einsatz (20.09.2018)

 

Silos für die Lagerung der Zementsuspension (20.09.2018)

Vollstau bis auf 780,5 mNN beschlossen und eingeleitet (05.10.2018)

Uniper hat auf der Grundlage der Empfehlung der mit internen und externen Experten besetzten Kommission und in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten als amtlichen Sachverständigen entschieden, den am 2. Juli begonnenen Aufstau des Forggensees weiter bis zum Vollstau 780,5 mNN fortzusetzen. Der Vollstau soll bis zum 4. November 2018 gehalten werden und damit 20 Tage über den üblichen Termin hinaus. Die in den Damm eingebrachten Messeinrichtungen bestätigen weiterhin, dass alle technischen Voraussetzungen gegeben sind, den Aufstau fortzusetzen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Messwerte auf Unregelmäßigkeiten hinweisen, würde der Aufstau umgehend abgebrochen und das aufgestaute Wasser wieder kontinuierlich den Lech abgegeben werden.

Aufgrund der trockenen Witterung und des damit einhergehenden Wasserdargebots wurde das neuerliche Zwischenziel von 778 mNN erst am 4. Oktober erreicht. Ein weiterer Grund für den langsamen Aufstau ist die ökologisch bedingte Auflage, jederzeit eine Mindestmenge Wasser in den Lech abzugeben, so dass nicht der gesamte Zufluss für den Aufstau zur Verfügung steht oder phasenweise auch Wasser aus dem Forggensee an den Lech abgeben werden muss, um das Gesamtsystem Lech ab Roßhaupten bis zur Mündung in die Donau möglichst nicht durch zu geringes Wasserdargebot aus dem Gleichgewicht zu bringen. Bei einer Wasserfläche von über 10 Quadratkilometern spielt auch die Verdunstung – insbesondere in diesem warmen Jahr – eine nennenswerte Rolle.

Schlitzwandgeräte nehmen die Arbeit auf (15.10.2018)

Nach den vorangegangenen intensiven Baugrunduntersuchungen, den gezielten Vergütungen des Damms durch Injektionen, dem Einbringen eines hochmodernen neuen Monitoringsystems aus Glasfaserkabel und schließlich der Herstellung von Stütz- und Leitwänden durch das „Mixed In Place (MIP)"-Verfahren steht jetzt die Herstellung der großen Schlitzwand an. Diese wird über die gesamte Länge des Damms bis in eine Tiefe von rund 70 Meter und damit rund 30 Meter in den festen Felsuntergrund des 40 Meter hohen Damms reichen. Ihre Breite wird einen Meter betragen. Dieser Arbeitsschritt kann während des Aufstauens und ab 5. November während des Abstauens erfolgen und wird bis in das Frühjahr 2019 dauern. Die Erdbetonschlitzwand wird für die Dichtigkeit des Damms über die nächsten Jahrzehnte sorgen.

Die Herstellung der Schlitzwand erfolgt mit zwei speziellen Großgeräten, dem Schlitzwand-Greifer und der Schlitzwand-Fräse, in mehreren Arbeitsschritten:

Zunächst gräbt sich der Greifer (Leistung 455 kW, Gesamtgewicht ca. 120 t) auf einer Länge von über 3 Metern und einer Breite von einem Meter maximal 40 Meter in die Tiefe, d.h. durch das geschüttete Material des Damms. Für diesen ersten Arbeitsschritt dienen die zuvor im MIP-Verfahren errichteten Seitenwände als Führung. Auch verhindern sie, dass von oben Material in den Schlitz nachfällt. Zusätzlich wird eine Stützsuspension eingebracht, die durch ihren Druck ein Einbrechen des Schlitzes verhindert. Das herausgebaggerte Material wird mit LKW abgefahren und fachgerecht entsorgt.

Spätestens in einer Tiefe von 40 Metern wird der Felsuntergrund erreicht. Hier kommt die Schlitzwand-Fräse (Leistung 570 kW, Gewicht ca. 200 t) zum Einsatz. Sie übernimmt das Vordringen um weitere 30 Meter durch den Fels. Mit gegenläufig drehenden Fräsrädern wird der Fels aufgebrochen und nach oben abtransportiert. Gleichzeitig fließt die Stützsuspension nach und wird von oben entsprechend aufgefüllt.

Für die eigentliche Schlitzwand wird der so geschaffene Schlitz von unten nach oben mit Erdbeton ausgefüllt, der vor Ort hergestellt wird und die Stützsuspension wieder verdrängt. Diese wird abgepumpt und für die Verwendung an einer anderen Stelle im Arbeitsprozess wieder aufbereitet, so dass ein ressourcenschonender Suspensionskreislauf entsteht.

Die anschließende Herstellung der Schlitzwand erfolgt im sogenannten „Pilgerschrittverfahren“ in Form von Primär -und Sekundärlamellen und einer definierten Überlappung. So wird sichergestellt, dass der Erdbeton in den Primärlamellen schon verfestigt ist, bevor die dazwischenliegende Sekundärlamelle ausgebaggert wird. Dieses Schrittmuster wird über die gesamte Dammlänge angewendet.

Nachfolgend sehen Sie ein kurzes Video und einige Fotos zum aktuellen Stand der Arbeiten. Diese und weitere Bilder finden Sie auch am Ende der Seite unter "Downloads" als "Fotosammlung 3".

 

Blick vom Damm in Roßhaupten in Richtung Süden (15.10.2018)

 

Die Baggerschaufeln des Schlitzwandgreifers (15.10.2018)

 

Geführt durch die Seitenwände beginnt der Schlitzwandgreifer, sich in die Tiefe vorzuarbeiten. (15.10.2018)

 

Allein der Fräskopf der Schlitzwandfräse wiegt rund 40 Tonnen. (15.10.2018)

Behelfsumleitung für Fußgänger und Radfahrer gesperrt (26.10.2018)

Aufgrund der einsetzenden herbstlichen Witterung mit Nebel, Regen, Bodenfrost und ersten möglichen Schneefällen ist eine Benutzung der Behelfsumleitung am Damm in Roßhaupten nicht mehr gefahrlos möglich. Der Belag der Holzkonstruktion wird aufgrund der Nässe rutschig, so dass die Sturzgefahr für Radfahrer und Fußgänger steigt. Auch die Wege zum Holzsteg können sehr rutschig werden.

Die Behelfsumleitung wird deswegen in Abstimmung mit dem Landratsamt Ostallgäu ab Montag, 29. Oktober bis zum Frühling 2019 komplett geschlossen.

Wir bitten um Verständnis und im Sinne der eigenen Sicherheit um Beachtung.

 

Die graue Flüssigkeit um den Stützwandgreifer ist die Stützflüssigkeit, eine Betonitsuspension. (26.10.2018)

 

In der Entsandungsanlage wird die Stützflüssigkeit für die Wiederverwendung im Kreislauf aufbereitet. (26.10.2018)

Planmäßiger Abstau hat begonnen (13.11.2018)

Letzte Woche hat der planmäßige Abstau des Forggensees begonnen. Als sogenannter Kopfspeicher übernimmt der Forggensee seit 1955 wichtige Funktionen für Hochwasserschutz, Niedrigwasser-Aufbesserung und Stromerzeugung. Für diese Funktionen ist die Absenkung des Forggensees im Winterhalbjahr unerlässlich.

Um im Frühjahr und Frühsommer hohe Zuflüsse von Schmelzwasser aufnehmen und damit Hochwässer nutzbar und schadlos einspeichern zu können, wird der See regelmäßig im Winter um 10 bis 15 m abgesenkt. Der Forggensee stellt dann einen wichtigen Hochwasserrückhalteraum dar. Hochwasserereignisse, die häufig im Frühjahr durch Schneeschmelze und starke Niederschläge entstehen, werden so seit seiner Errichtung für alle Anrainer am Lech und bis zur Donau hin abgemildert.

Im Zuge der Winter-Absenkung kann der Forggensee außerdem in den trockenen Wintermonaten mehr Wasser abgeben, als ihm zufließt und verbessert damit die Wasserführung in Lech und Donau. Der über den Forggensee geregelte Abfluss leistet zudem einen Beitrag für die bedarfsgerechte Stromerzeugung in den 23 Wasserkraftwerken der Uniper am Lech und weiteren Lech- und Donau-Kraftwerken.

Der Wiederaufstau des Forggensees beginnt in der Regel im April. Ziel ist es, den Vollstau bis zum 1. Juni zu erreichen, damit der Forggensee 2019 wieder wie gewohnt zur touristischen Nutzung zur Verfügung stehen kann.

Mit neuen Zähnen ins neue Jahr (14.01.2019)

Fortsetzung der Arbeiten nach der Weihnachtspause

Am Montag letzter Woche sind die Arbeiten zur Erneuerung der Dammdichtung mit einer Erdbeton-Schlitzwand am Damm in Roßhaupten fortgesetzt worden. Während die Mitglieder der Bohrteams die Tage zwischen den Jahren für eine Auszeit nutzten, wurde am Sitz der durchführenden Firma Bauer in Schrobenhausen die Zeit genutzt, um besonders beanspruchte Komponenten der eingesetzten Maschinen zu überholen und so wieder fit zu machen für ihren harten Einsatz vor Ort.

Seit Dienstag ist die Schlitzwandfräse wieder mit einem Fräskopf am Werk, dessen 180 Zähne ausgewechselt und erneuert wurden. Die Zähne bestehen aus Widia, einem Verbundwerkstoff aus Hartmetall. So ausgerüstet hat die Fräse seit Dienstag schon eine weitere Lamelle ausgefräst und eine weitere nahezu fertiggestellt. Damit sind 34 der insgesamt 77 zu erstellenden Abschnitte der neuen Dichtungswand bereits erstellt.

Um den winterlichen Temperaturen zu trotzen und den Kreislauf der u. a. mit Wasser hergestellten Stützsuspension sicherzustellen, wurden die Anlagen zur Herstellung der Suspension bereits im Herbst eingehaust und werden beheizt. Damit lässt sich – bei fortlaufendem Betrieb – der Kreislauf der Suspensionsflüssigkeit auch bei moderaten Minus-Temperaturen aufrechterhalten. Um auf der Dammkrone arbeiten zu können, muss diese auch weitgehend schneefrei gehalten werden. Das stellt zusätzlichen Aufwand dar, verzögert aber die Arbeiten an der Erdbetonschlitzwand nur gering.

Gearbeitet wird wie vor der Winterpause an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr. Dafür sind insgesamt über 30 Arbeiter vor Ort.

Forggensee im regulären Abstau

Der Seespiegel des Forggensees liegt bei rund 776,50 mNN und wird bis Ende April weiter abgesenkt werden, damit der Forggensee im Frühjahr das aufgrund der einsetzenden Schneeschmelze abfließende Wasser aufnehmen kann und damit Hochwasser am gesamten Lech verhindert wird. Während der ab Herbst eingeleiteten Abstauphase dient das Wasser auch zur Aufbesserung der Wasserführung im Lech, was im Hinblick auf die Laichzeit im November und Dezember auch für den Fischbestand von großer Wichtigkeit ist.

Baustelle bei Nacht (01.02.2019)

 

Links der Schlitzwandgreifer rechts die Schlitzwandfräse auf dem Damm in Roßhaupten.

 

Die relevanten Bereiche sind taghell beleuchtet, um das Arbeiten rund um die Uhr zu ermöglichen.

 

Die schmale Dammkrone und die Lage der Schlitzwand erfordern eine abgewinkelte Stellung von Kettenfahrzeug und Fräskopf.

 

Eingehauste und beheizte Anlage zur Vorbereitung der Suspension.

 

Entsandungsanlage zur Aufbereitung der Stützsuspension.

 

Beim Ausfahren aus dem Schlitz wird der Schlitzwandgreifer von der anhaftenden Suspension befreit.

 

Meist unter der Erde: Die Zähne der Schlitzwandfräse.

Bayerisches Fernsehen: Nachtschicht am Staudamm (04.02.2019)

Tag und Nacht wird an der Erneuerung der Dammdichtung gearbeitet. Gut die Hälfte der dazu erforderlichen Erdbeton-Schlitzwand ist bereits fertiggestellt. Die Arbeiten erfolgen an 7 Tagen in der Woche. Tag und Nacht. Bei jedem Wetter.

Hier geht es zu einem kurzen Bericht des Bayerischen Fernsehens vom 4. Februar 2019.

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Letzte Lamelle erstellt (02.04.2019)

Wichtiges Etappenziel erreicht

Heute ist die letzte Lamelle der Erdbetonschlitzwand im Damm bei Roßhaupten ausgehoben worden. Diese letzte Lamelle bildet zusammen mit den bereits erstellten 76 weiteren Lamellen eine durchgehende Erdbetonschlitzwand über die Länge von ca. 226 Meter und damit über die gesamte Länge des Dammes. Die Schlitzwand ist ab Mitte Oktober mit nur zwei Wochen Weihnachtspause ohne eine Winterunterbrechung in Tag- und Nachtschichten an sieben Tagen in der Woche in einer Bauzeit von nur sechs Monaten fertiggestellt worden. „Angesichts der technischen, geologischen und klimatischen Bedingungen einer Baustelle hier am Fuß der Allgäuer Alpen auf fast 800 Meter Höhe ist das eine sehr gute Zeit und ich freue mich, dass wir ohne nennenswerter Verzögerungen oder gar Unfälle bis hier her gekommen sind. Mein Dank und meine Anerkennung gilt allen Beteiligten und ich wünsche uns allen, dass es zügig, unfallfrei und erfolgreich weitergeht“; so Dr. Andreas Bauer, Gesamtprojektleiter der Uniper Kraftwerke.

Zu den besonderen Herausforderungen während der Erstellung gehörte neben den Wetterkapriolen der große Anteil an zu fräsendem Fels, weswegen die Zähne der Fräse teilweise stark beansprucht wurden. Insgesamt wurden über 4.700 Fräszähne aus Widia-Stahl verschlissen. Auch die schmale Dammkrone und die nicht mittig verlaufende Achse der Erdbetonschlitzwand stellten besondere Anforderungen. So erhielt die Schlitzwandfräse eine eigens konzipierte und von der beauftragten Firma Bauer gebaute Verdreheinrichtung, die das Arbeiten mit dem 42 Tonnen schweren Fräskopf seitlich versetzt zum Fahrgestell ermöglichte. Um während der erwarteten winterlichen Temperaturen weiterarbeiten zu können, wurde zudem die Aufbereitungsanlage der Stützsuspension komplett eingehaust und beheizt. Im Januar stellten auch der starke Schneefall eine weitere Herausforderung dar, weil die Arbeitsbereiche weitgehend schneefrei gehalten werden mussten

Insgesamt sind knapp 17.000 Kubikmeter Erdbeton für die Schlitzwand verbaut worden. Die längsten Lamellen mit bis zu 70,5 Meter befinden sich im rechten Bereich des Damms. Die kürzesten Lamellen sind 20,0 bzw. 25,3 Meter lang und befinden sich an den jeweiligen Seiten des Damms hin zur Uferböschung. Die Erdbetonschlitzwand steht bis zu 30 Meter im gewachsenen Fels unter dem eigentlichen Dammkörper und wird die Standsicherheit des Dammes für die nächsten Jahrzehnte gewährleisten.

Mit der Fertigstellung dieser Lamellen sind die Arbeiten an der eigentlichen Schlitzwand abgeschlossen. Ebenfalls im Zuge dieser Arbeiten wurde ein hochmoderndes Kontrollsystem aus Glasfaser eingebracht. Alleine die Erstellung dieser Schlitzwand hat mit über 20 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

Weitere Arbeitsschritte notwendig

Bevor der Damm wieder wie gewohnt befahren werden kann, sind allerdings noch weitere Arbeiten für die Dammdichtung und zur Wiederherstellung der Straße samt Gehweg notwendig. Durch drei zusätzliche Standrohrmessstellen, die von der Dammkrone aus eingebracht werden, wird das Glasfaser-Kontrollsystem ergänzt. Dazu sind drei ca. 50 Meter tiefe Bohrungen durchzuführen. Im Anschluss daran wird die Dammkrone hergerichtet, wobei u.a. Leerrohre und Kabelzugeschächte eingebaut werden, und für die Errichtung der Straße vorbereitet. Bis diese Arbeiten abgeschlossen sind, muss der Damm aus Sicherheitsgründen für den öffentlichen Verkehr gesperrt bleiben. Die Behelfsumleitung für Fußgänger und Radfahrer wird ab dem 12.4.2019 wieder zur öffentlichen Benutzung freigegeben. Mit der Fertigstellung und der Wiedereröffnung der Straße über den Damm wird bis Ende Juli gerechnet.

Aufstau unabhängig vom weiteren Verlauf der Baustelle

Mit dem langsamen Aufstau des Sees wurde nach der winterlichen Abstauphase schon vor einigen Tagen begonnen. In den nächsten Wochen plant Uniper, vorbehaltlich der Entscheidung des projektbegleitenden Expertengremiums, das zufließenden Schneeschmelzwasser möglichst so in den Forggensee einzuspeichern, dass bis Ende Mai der Vollstau bei 780,50 mNN erreicht ist und damit ist auch die Schiffbarkeit des Forggensees gegeben ist. Mit Blick auf die aktuell noch mächtige Schneerücklage im alpinen Einzugsgebiet des oberen Lechs muss dabei aber auch stets ausreichend Speichervolumen im See zur Verfügung stehen, falls starke Niederschläge verbunden mit einem Temperaturanstieg diese Schneerücklagen in kürzester Zeit in den Forggensee spülen. Diese Hochwasserrückhaltung ist eine der wichtigsten Aufgabe des Forggensees und des Damms in Roßhaupten, die regelmäßig insbesondere im Frühsommer zum Tragen kommt und schädliche Auswirkungen eines Hochwassers für die Anlieger am gesamten Lech bis hin zu Donau verhindert. Wenn es in Sachen Zufluss, Sicherheit, Ökologie und betrieblicher Belange möglich ist, plant Uniper, den Vollstau des Forggensees im Herbst 2019 ausnahmsweise bis zum Ende der Herbstferien aufrecht zu erhalten, um damit einen kleinen Beitrag zur Verlängerung der touristischen Saison in der Region zu leisten.

Bürstenwerkzeug zur Reinigung der Anschlussfuge vor dem Betonieren der anschließenden Lamelle.

Die letzte Lamelle wird mit Begleitung durch die regionalen Medien gefräst.

Insgesamt wurden rund 5.000 Fräszähne während der Erstellung der 226 Meter langen Schlitzwand verschlissen.

Bereits vorbereitet für den Abtransport: Schlitzwandgreifer mit eingeklappter Schaufel.

Die Behelfsumleitung wird nach dem Winter wieder instand gesetzt, damit sie ab 12. April für Fußgänger und Fahrradfahrer, die ihr Rad schieben, wieder zur Verfügung stehen kann.

Neue Dichtung bewährt sich bei Schneeschmelze (06.06.2019)

Die ausgiebigen Schneefälle zu Beginn des Jahres und noch im April und Mai sowie die anschließenden hohen Temperaturen brachten es im wahrsten Sinne des Wortes „mit sich“: Aufgrund des Tauwetters bis in höhere Lagen hat sich der Forggensee in den letzten Wochen schnell gefüllt. Er hat dabei die wechselhaften Zuflüsse des Oberen Lechs, die zwischen 30 m3/s bis 450 m3/s geschwankt haben, aufgenommen, „gebändigt“ und kontrolliert an den weiteren Verlauf des Lechs abgegeben. So trägt der 1954 errichtete Speicher Jahr für Jahr dazu bei, schädliche Auswirkungen von Hochwasser entlang des gesamten Lechs zu vermeiden. Mit seinem aktuellen Pegelstand liegt der Wasserspiegel des Forggensees jetzt leicht über dem normalen Stauziel von 780,5 mNN.

Mit diesem zügigen Aufstau hat der Staudamm am nördlichen Ende des Forggensees, der von März 2018 bis April 2019 für rund 30 Mio. Euro mit einer neuen Dichtung versehen wurde, seine erste Bewährungsprobe nach der Sanierung erfolgreich bestanden. Auch das hochmoderne Glasfaserkontrollsystem, das zusätzlich zur Erdbetonschlitzwand in den Damm eingezogen wurde, hat sich bewährt. Dazu Dr. Andreas Bauer, Gesamtprojektleiter: „Wir freuen uns, dass wir die Errichtung der neuen Dichtwand im April abschließen konnten. Für uns als Techniker ist es spannend und befriedigend zugleich, wie sich Neuerungen im Betrieb beweisen.“

Der Forggensee steht damit wieder wie gewohnt der touristischen Nutzung, insbesondere für Schifffahrt und Wassersportler, zur Verfügung. Soweit es Zufluss, Sicherheit, Ökologie und betriebliche Belange zulassen, plant Uniper, den Vollstau des Forggensees ausnahmsweise bis zum Ende der Herbstferien 2019 aufrecht zu erhalten, um damit in diesem Jahr eine Verlängerung der touristischen Saison in der Region zu ermöglichen, nachdem der See im letzten Jahr aufgrund der Baustelle und dann des trockenen Sommers nicht gefüllt werden konnte.

Straße auf Dammkrone ist letzter Bauabschnitt

Nach der Fertigstellung der Dammdichtung werden aktuell alle notwendigen Vorarbeiten für die Wiederherstellung der neuen Straße samt Geh- und Fahrradweg über den Damm getätigt. Das reicht von der Erneuerung der Betonbrüstung des Gehwegs hin zum Forggensee über den Einbau von Leerrohren und Schächten für Mess- und Versorgungsleitungen bis hin zu letzten Bohrungen für eine zusätzliche Dammüberwachung. Mit der Fertigstellung der Straße und der Freigabe für den öffentlichen Verkehr ist Ende Juli zu rechnen. Die Behelfsumleitung für Fußgänger und Radfahrer ist bereits seit dem 12. April wieder geöffnet und wird gut angenommen.

Um bei hohem Seepegel durch Vorabsenkung freien Stauraum für zufließendes Wasser im Forggensee zu schaffen oder um anhaltend hohe Zuflüsse neben den Turbinen ableiten zu können, ist im Damm bei Roßhaupten seit 2005 eine zusätzliche Hochwasserentlastungsanlage installiert. Auf dem Bild ist der Einlauf am oberen Bildrand zu erkennen. In der Bildmitte sieht man das ausströmende Wasser im sogenannten Tosbecken neben dem Kraftwerk Roßhaupten am Fuß des Damms.

Straße auf der Dammkrone fertiggestellt (25.07.2019)

Die Straßenmarkierungen fehlen noch, aber die notwendigen Schilder sind montiert und das Geländer ist installiert. Jetzt können Fußgänger, Fahrradfahrer sowie Fahrzeuge wieder über den Damm in Roßhaupten fahren. Die Straße wird ab Samstag, dem 27. Juli wieder wie gewohnt zur Verfügung stehen. Für Fahrradfahrer und Fußgänger steht ein gemeinsamer Weg von drei Meter Breite zur Verfügung. Die Fahrspuren für den Autoverkehr sind 6,50 Meter breit.

Damit ist der letzte Bauabschnitt eines 30-Mio.-Projektes mit Ausnahme kleinerer Restarbeiten abgeschlossen, in dem seit Frühjahr 2018 beginnend mit über 30 Erkundungs- und Injektionsbohrungen bis in Tiefen von 85 Meter schließlich eine Erdbetonschlitzwand von 230 Meter Länge, einer Dicke von einem Meter und einer Tiefe von bis zu 70 Meter über die gesamte Länge des Damms eingezogen wurde. Gleichzeitig wurde auch ein hochmodernes Kontrollsystem aus Glasfasern eingebracht. In Kombination aus Glasfasermessung mit der neuen Dichtung entspricht der Damm höchsten Sicherheitsansprüchen.

„Wir freuen uns, dass wir die Straße zum Beginn der bayerischen Sommerferien wieder fertigstellen konnten und somit die direkte Fahrt von Roßhaupten nach Buching möglich ist,“ betont Andreas Bauer, Gesamtprojektleiter bei Uniper.

Reinigungsarbeiten, buchstäblich mit Hochdruck.

Die Behelfsumleitung ist ab dem 27. Juli 2019 überflüssig und wird demontiert werden.

Abschluss eines erfolgreichen Kapitels (12.09.2019)

Forggensee-Damm in Roßhaupten entspricht nach Einbau einer neuen Dichtung und eines modernen Glasfaser-Messsystems höchsten Sicherheitsansprüchen

Am heutigen Donnerstag wurde der offizielle Abschluss des 30-Millionen-Euro-Projektes „Erneuerung der Dammdichtung in Roßhaupten“ gefeiert. Anlässlich der Festveranstaltung hob Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber die wichtige Funktion des Forggensees und des Damms in Roßhaupten hervor, der den Lech seit 1954 zum Forggensee aufstaut: „Der Forggensee ist ein vierfacher Gewinn: Für den Hochwasserschutz am gesamten Lech ist er von enormer Bedeutung. Während der Wintermonate sorgt der See durch die Erhöhung der Wasserführung im Lech für bessere ökologische Verhältnisse während der Laichzeit. Auch die Wasserkraftwerke am Lech profitieren vom Forggensee. Und zu guter Letzt ist der See ein Freizeit- und Touristenziel erster Güte geworden“, so Glauber „Wir freuen uns sehr, dass der Damm des Forggensees mit der neuen Dichtwand und dem Glasfaser-Messsystem höchsten Sicherheitsansprüchen genügt und für die nächsten Jahrzehnte gerüstet ist .“ Vertreten wurde der Minister bei dem Festakt von Dr. Rüdiger Detsch, Ministerialdirektor des Bayerischen Umweltministeriums.

Mit dem symbolischen Durchschneiden des Bandes wurde heute der Damm - der seit Ende Juli wieder befahrbar ist - offiziell wieder freigegeben und auch der Abschluss der Erneuerung der Dammdichtung gefeiert.

Dr. Klaus Engels, Direktor der Wasserkraft von Uniper in Deutschland, lobte die gute Zusammenarbeit mit den Behörden und den beteiligten Firmen: „Dass wir dieses technologisch und finanziell fordernde Projekt so schnell zu einem guten Abschluss bringen konnten, macht uns dankbar. Dankbar sind wir vor allem dafür, dass dieses Projekt, das auch in den Wintermonaten Tag und Nacht lief, ohne ernsthaften Zwischenfall abgeschlossen werden konnte. Unser Dank gilt aber auch allen beteiligten Behörden, die die notwendigen Genehmigungen schnell erlassen haben. Auch den Menschen rund um den Forggensee wollen wir danken, die die Baustelle und die damit einhergehenden Beeinträchtigen mit großem Verständnis begleitet haben.“

Dr. Klaus Engels, Direktor Wasserkraft Deutschland, im Gespräch mit dem BR.

Auf die Rolle der Wasserkraft im Energie-Mix von Uniper ging Eckhardt Rümmler, Mitglied des Vorstands von Uniper, ein. Er betonte: „Wasserkraft ist eine Schlüsseltechnologie im Energie-Mix, und wir sind froh und stolz, dass wir über diese Kraftwerke verfügen, um unseren Beitrag zum Erfolg der Energiewende leisten zu können. Mit über 2.000 Megawatt sind wir einer der größten Wasserkraftbetreiber in Deutschland. Wasserkraft kann schnell, flexibel, steuerbar und zuverlässig auf Schwankungen der Stromerzeugung und der Stromnachfrage reagieren und erlaubt so erst die Integration der naturgemäß schwankenden Einspeisung aus Sonnen- und Windenergie.“

Eckhardt Rümmler, im Uniper-Vorstand für Erzeugung zuständig, würdigt die Rolle der Wasserkraft für die Energiewende.

64 Jahre Auf und Ab

Die Erneuerung der Dichtung des Dammes war nötig geworden, weil das 1954 fertiggestellte Bauwerk nach 64 Jahren Auf- und Abstau die üblichen Alterserscheinungen zeigte. Umgehend wurde ein zweistufiges Konzept entwickelt und umgesetzt: In der ersten Phase wurde der Dammgrund durch gezielte Zement-Injektionen vorbereitet. Durch diese Vorab-Injektionen von Zement an zahlreichen ausgewählten Stellen wurde der Untergrund gefestigt und für die Einbringung einer Erdbetonschlitzwand vorbereitet. Zusätzlich wurden weitere Messeräte für ein begleitendes Monitoring eingebracht und ergänzende Informationen über den Baugrund zur Planung der zweiten Phase gewonnen. In dieser zweiten Phase wurde von der Dammkrone aus die Erdbetonschlitzwand mit überlappenden Lamellen eingebracht. Außerdem wurde ein neuartiges Glasfaser-Erfassungssystem eingebaut, das die bisherigen Messeinrichtungen ergänzt. Ab April 2018 wurden die über den Damm führende Straße und die Dammkrone wieder hergerichtet. Die Freigabe für den allgemeinen Verkehr konnte pünktlich vor dem Start der bayerischen Sommerferien am 27. Juli 2019 erfolgen.

Landrätin Maria Rita Zinnecker im Gespräch mit Allgäu TV.

Baustelle trotz Eis, Schnee oder Hitze

Begonnen haben die Bauarbeiten im April 2018 mit Erkundungsbohrungen am Damm. Im April 2019 wurde mit der 77sten Lamelle die Erdbetonschlitzwand ausgehoben. Diese letzte Lamelle bildete zusammen mit den bereits erstellten 76 weiteren Lamellen eine durchgehende Erdbetonschlitzwand über eine Länge von ca. 226 Metern und damit über die gesamte Länge des Dammes. Die Schlitzwand wurde ab Mitte Oktober 2018 mit nur zwei Wochen Weihnachtspause ohne eine Winterunterbrechung in Tag- und Nachtschichten an sieben Tagen in der Woche in einer Bauzeit von nur sechs Monaten fertiggestellt.

Angesichts der technischen, geologischen und klimatischen Bedingungen einer Baustelle am Fuß der Allgäuer Alpen auf fast 800 Meter Höhe ist das eine bemerkenswert kurze Zeitspanne. Zu den besonderen Herausforderungen während der Erstellung gehörte neben den Wetterkapriolen der große Anteil an zu fräsendem Fels, weswegen die Zähne der Fräse stark beansprucht wurden: Insgesamt wurden über 4.700 Fräszähne aus Widia-Stahl verschlissen. Auch die schmale Dammkrone und die nicht mittig verlaufende Achse der Erdbetonschlitzwand stellten besondere Anforderungen dar. So erhielt die Schlitzwandfräse eine eigens konzipierte und von der beauftragten Firma Bauer Spezialtiefbau gebaute Verdreheinrichtung, die das Arbeiten mit dem 42 Tonnen schweren Fräskopf seitlich versetzt zum Fahrgestell ermöglichte. Um während der winterlichen Temperaturen weiterarbeiten zu können, wurde zudem die Aufbereitungsanlage der Stützsuspension komplett eingehaust und beheizt. Im Januar 2019 stellte auch der starke Schneefall eine weitere Herausforderung dar, weil die Arbeitsbereiche weitgehend schneefrei gehalten werden mussten.

Insgesamt wurden knapp 17.000 Kubikmeter Erdbeton für die Schlitzwand verbaut. Die längsten Lamellen mit bis zu 70 Meter Tiefe befinden sich im rechten Bereich des Damms. Die kürzesten Lamellen sind 20 bis 25 Meter tief und befinden sich an den jeweiligen Seiten des Damms hin zur Uferböschung. Die Schlitzwand steht bis zu 30 Meter tief im gewachsenen Fels unter dem eigentlichen Dammkörper und wird die Standsicherheit des Dammes für die nächsten Jahrzehnte gewährleisten. Das neu eingebaute Glasfasermesssystem ist vergleichbar einer Sickerwassermessung, wie sie im modernen Staudammbau in weiten Teilen der Welt Standard ist, stellt aber eine neue Technik dar und erlaubt eine noch intensivere Überwachung des Dammes. An insgesamt 14 Messsträngen werden die Temperaturen im Dammkörper über die gesamte Bauwerkshöhe kontinuierlich gemessen. So ist es möglich, nahezu in Echtzeit potenzielle Schwachstellen mittels Temperaturveränderungen lagegenau zu lokalisieren. Durch ein zusätzliches Aufheizen der Kabel kann zudem festgestellt werden, ob unerwünschte Sickerströmungen im Bauwerk vorhanden sind. Der Einbau dieses Glasfasermesssystems ist ein weiteres Element der Sicherheitsphilosophie bei der Überwachung der Dammsicherheit an der Talsperre Roßhaupten und erfüllt auch für die Zukunft höchste Ansprüche.

Blick über den Forggensee auf den sanierten Damm

Info-Raum im Kraftwerk Roßhaupten wieder eröffnet

Im Zuge der Erneuerung der Dammdichtung wurde auch der Info-Raum im Kraftwerk Roßhaupten aktualisiert und im Rahmen der Feier wiedereröffnet. Er steht jetzt täglich von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr für Besucher offen. Das aktualisierte Informationsangebot umfasst den Damm, das Kraftwerk Roßhaupten sowie die regenerative Stromerzeugung am Lech. Außerdem gibt es einen historischen Film über den Bau des Damms und des Kraftwerks, einen erst kürzlich fertiggestellten Film über den Forggensee und den Lech sowie einen Film über die Erneuerung der Dammdichtung. Auch auf dem Damm selbst wurde das Informationsangebot aktualisiert. So finden sich jetzt auf beiden Seiten des Damms neue Tafeln über den Forggensee und seine Aufgaben vor allem im Hochwasserschutz. Auch die Informationstafel unten am Parkplatz vor dem Kraftwerk Roßhaupten wurde erneuert.

Aktualisiertes Infozentrum am Kraftwerk Roßhaupten

Filme

Historische Aufnahmen zum Bau des Kraftwerks Roßhaupten aus den Jahren 1950-1954

Forggensee & Lech: Hochwasserschutz, Ökologie und Energieerzeugung im Einklang mit den Jahreszeiten

Einsatz eines Schlitzwandgreifers während der Erneuerung der Dammdichtung 2018

Dokumente

Kontakt

Theodoros Reumschüssel

Theodoros Reumschüssel

Pressesprecher Wasserkraft Deutschland