Staudamm Roßhaupten erhält neue Dammdichtung

Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1954 stehen der Forggensee und das Wasserkraftwerk Roßhaupten und der Damm für ein einzigartiges Ensemble aus Natur, Tourismus, klimafreundlicher Energieerzeugung und Hochwasserschutz im bayerischen Allgäu.

Nach einer Betriebsdauer von 64 Jahren steht nun aufgrund von üblichen Alterungserscheinungen eine Sanierung des Damms an, die in enger Abstimmung mit den zuständigen Gebietskörperschaften sowie den fachlichen und rechtlichen Genehmigungsbehörden stattfinden wird. In die Erneuerung der Dammdichtung und die damit einhergehende Anlagensicherheit investiert Uniper rund 20 Millionen Euro.

Pressemitteilung: Zustand des Damms lässt derzeit noch keinen (Teil-)Aufstau zu (6. Juni 2018)

Auswertung der Erkundungsbohrungen weist auf umfangreichen Stabilisierungsbedarf hin

Auf der Grundlage der Empfehlung der mit internen und externen Experten besetzten Kommission und in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten als amtlichen Sachverständigen haben die Projektverantwortlichen bei Uniper entschieden, zum jetzigen Zeitpunkt den geplanten Teilaufstau des Forggensees noch nicht zu starten. Entscheidungsgrundlage bildeten die Auswertungen der seit Anfang April laufenden Bohrungen zur Erkundung des Bauuntergrunds sowie die zusätzlichen Informationen, die bei den Zement-Injektionen in den Dammkörper gewonnen wurden, aber auch die Auswertung der Messreihen einer Vielzahl – zum Teil neu – in den Damm eingebrachten Messinstrumente.

Die Gesamtschau der vorliegenden Informationen und deren intensive Analyse hat bestätigt, dass der Damm insbesondere auf der rechten Dammseite geschwächt ist. Er weist bereichsweise aber andere Schädigungen auf als angenommen, weswegen dort zusätzliche Zement-Injektionen zur Stabilisierung notwendig sind, die weitere Zeit in Anspruch nehmen werden. Diese zusätzlichen Arbeiten werden aktuell schon mit Hochdruck ausgeführt.

Die Entscheidung zum Teilaufstau soll in den nächsten Wochen in Abhängigkeit des Baufortschritts getroffen werden, die Entscheidung zum Vollstau dann in der Folge in Abhängigkeit von der weiteren Analyse des Bauuntergrunds und dem Fortschritt und Erfolg der zusätzlichen Stabilisierungsmaßnahmen.

Ohne ausreichende Stabilität ist die Sicherheit des Damms nicht gewährleistet und ein Aufstau nicht möglich. Jede Entscheidung über einen Aufstau unterliegt einzig Sicherheitsüberlegungen.

Wir werden über den Verlauf der Baumaßnahme weiterhin zeitnah informieren.

Besuch von Staatsminister Dr. Marcel Huber (23. Mai 2018)

Am 23. Mai besuchte Staatsminister Dr. Marcel Huber im Zuge eines Gespräches zur weiteren Entwicklung des Forggensees, zu dem Maria Rita Zinnecker, Landrätin Ostallgäu, eingeladen hatte, auch die Baustelle auf dem Damm.

Er betonte die ursprünglichen Zielvorgaben des Hochwasserschutzes und der regenerativen Stromerzeugung, die mit dem Bau des Damms und des Kraftwerks Roßhaupten einher gingen und zeigte sich beeindruckt von der Maßnahme sowie der schieren Größe der einzubringenden Dichtwand.

Dr. Huber hob lobend die bei Uniper gelebte Sicherheitsphilosophie hervor: „Zu Safety First gibt es keine Alternative, und ich bin sehr froh, dass das Projekt der Dammerneuerung in diesem Sinne betrieben wird.“

Im Zuge dieses Termins wurde durch Carsten Gollum, Leiter der Uniper-Kraftwerksgruppe Lech, auch deutlich gemacht, dass – falls es zum Aufstau kommt – der Forggensee im Herbst 2018 bis zum 1. November auf dem Sommerstauziel belassen werde, um die Schifffahrt-Saison etwas zu verlängern.

 

Landrätin Maria Rita Zinnecker, Umweltminister Dr. Marcel Huber und Carsten Gollum, Leiter Uniper-Kraftwerksgruppe Lech, bei der Pressekonferenz nach den Gesprächen mit den Anrainer-Kommunen zum Zukunftsprojekt Forggensee.

 

Sicherheitseinweisung vor Besichtigung der Baustelle und erste Erläuterungen anhand der Infotafel.

 

Umweltminister Dr. Marcel Huber und Carsten Gollum auf der Dammkrone. Im Hintergrund eines der Bohrgeräte zur Erkundung des Baugrunds und Injektion der Zementsuspension, die den Baugrund stabilisieren soll.

 

Update zum Projektfortschritt (Stand 16. Mai 2018)

Status: Weitere Bohrungen zur Erkundung des Baugrunds werden niedergebracht. Außerdem wurde an der rechten Dammseite mit den Vorbereitungen für die gezielten Injektionen der Zementsuspension begonnen, die den Bauuntergrund stabilisieren soll. Dazu sind weiterhin zwei Bohrgeräte auf der Dammkrone im Einsatz. Die Arbeiten entlang der Berme für Fußgänger- und Radfahrerumleitung sind nahezu abgeschlossen.

Wasserspiegel Forggensee: Der Wasserspiegel liegt unverändert bei etwa 15  Meter unter dem Bezugspunkt bei 780,5 müNN. Eine Entscheidung über das ob und wann eines Aufstaus kann frühestens Anfang Juni erfolgen und wird umgehend hier und über die Medien kommuniziert werden.

Nächste Schritte: Die Erkundung des Baugrunds durch Bohrungen und deren Analyse wird planmäßig fortgesetzt, ebenso die Injektionsbohrungen und Injektionen zur Stabilisierung des Dammuntergrunds. Die Fußgänger- und Radfahrerumleitung wird mit der Fertigstellung der noch fehlenden Anschlüsse an die OAL 1 fortgesetzt. Zwei Standorte für Informationstafeln sind festgelegt. Die Tafeln werden in den nächsten Tagen aufgestellt werden. Parallel dazu erfolgt die Detailplanung der Schlitzwand.

 

Vorbereitungen für die Fußgänger- und Radfahrerumleitung auf der nördlichen Flanke des Damms, der sogenannten Berme.

Stand 4. Mai 2018: Große Teile der Unterkonstruktion sind fertiggestellt, und der Anschluss an die höher liegende Straße wird in Angriff genommen.

 

Bis die Umleitung über die Berme eingerichtet ist, werden Fußgänger- und Radfahrer noch über die Straße auf der Dammkrone geführt (30. April)

 

Einrichtungsfläche der Baustelle (30. April)

 

Markierungen für die niederzubringenden Bohrungen (30. April)

 

Zwei Bohrgeräte auf der Dammkrone (16. Mai)

 

Blick auf die Dammkrone von Norden (16. Mai)

 

Wasserstand kurz vor der Staustufe Roßhaupten (30. April)

Führungen durch den leeren Forggensee

Unter dem Titel „Wanderung in eine versunkene Welt“ bietet die Tourist Information Schwangau geführte Wanderungen durch den leeren Forggensee an. Termine und weitere Informationen finden Sie unter dem folgenden Link.

Zu den Veranstaltungsseiten der Tourist Information Schwangau

Verkehrsinfo: Forggensee-Staudamm ab 11. April gesperrt

Der Landkreis Ostallgäu hat am 6. April 2018 bekannt gegeben:

Die Straße über den Forggensee-Staudamm bei Roßhaupten wird ab Mittwoch, 11. April 2018, bis voraussichtlich Mai 2019 für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Grund dafür für die Straßensperrung sind Instandsetzungsmaßnahmen an der Talsperre. Die Umleitungen erfolgen großräumig über Füssen beziehungsweise Lechbruck. Für Radfahrer und Fußgänger bleibt der Staudamm geöffnet.

Während der Bauarbeiten am Staudamm besteht eine Vollsperrung der Kreisstraße OAL 1 für den motorisierten Verkehr. Kraftfahrzeuge können die Talsperre in diesem Zeitraum weder von Roßhaupten noch von Halblech aus überqueren. Es werden zwei großräumige Umleitungsstrecken eingerichtet und ausgeschildert: von Roßhaupten über Füssen und Schwangau nach Halblech und umgekehrt. Und von Marktoberdorf über Lechbruck, Steingaden nach Halblech und umgekehrt.

Radfahrer und Fußgänger können den Staudamm während der gesamten Bauzeit passieren. Fahrräder müssen geschoben werden. Beim Schulverkehr wird die Beförderung der Schülerinnen und Schüler sichergestellt. Sie werden in ihrer Schule und den Schulbussen der Regionalverkehr Allgäu GmbH-RVA informiert.

Der Landkreis bittet alle Verkehrsteilnehmer und Anlieger um Verständnis, dass es während der Bauarbeiten auf den Umleitungsstrecken zu erhöhtem Verkehrsaufkommen und Behinderungen kommen kann.

Zu den Meldungen des Landkreises Ostallgäu

Dokumente

Kontakt

Theodoros Reumschüssel

Theodoros Reumschüssel

Pressesprecher Wasserkraft Deutschland