Profil

Der Küstenstandort Wilhelmshaven bietet optimale Voraussetzungen für den Betrieb des Kraftwerks: Große Seeschiffe können die Steinkohle direkt anliefern und Kühlwasser kann unmittelbar aus der Nordsee entnommen werden.

Das 1976 in Betrieb genommene Kraftwerk gehört mit einer Leistung von heute 757 Megawatt zu den leistungsstärksten Anlagen in Deutschland. 1998 wurde durch den Einbau einer Zweigturbine die ursprüngliche Kraftwerksleistung um 42 Megawatt gesteigert und bei gleichem Brennstoffeinsatz der Ausstoß um jährlich 200.000 Tonnen reduziert.

Das Kraftwerk gehört zu den Pionieren der Rauchgasreinigung. Bereits 1978 arbeitete hier die erste Entschwefelungsanlage Deutschlands. Heute sind Elektrofilter zur Entstaubung, DENOX-Katalysatoren zur Entstickung sowie Entschwefelungsanlagen ganz normaler Bestandteil der Rauchgasreinigung im Kraftwerk Wilhelmshaven. Die Restprodukte wie Asche aus den Elektrofiltern und Gips aus der Entschwefelung werden in der Bauindustrie verwertet.

Betreiber Eigentümer Inbetriebnahme Brennstoff Elektrische Nettoleistung Dampfleistung
Uniper Kraftwerke GmbH Uniper Kraftwerke GmbH 1976 Steinkohle / Öl 757 MW 2.304 t/h

Druckluftspeicherkraftwerk Huntorf

Von Wilhelmshaven aus wird auch das vollautomatisierte Luftspeicher-Gasturbinenkraftwerk Huntorf gesteuert. Weltweit sind nur zwei Druckluftspeicherkraftwerke (engl. compressed air energy storage, CAES) in Betrieb; die zweite Anlage befindet sich in den Vereinigten Staaten.

In Zeiten geringen Strombedarfs pumpt die Anlage Luft in zwei Salzkavernen. Wird im Gegenzug viel Strom benötigt, wird die unterirdisch gespeicherte Druckluft zusammen mit Erdgas in der Gasturbine verbrannt, um Strom zu erzeugen – und das innerhalb kürzester Anfahrzeit: innerhalb von sechs Minuten kann die Turbine ihre volle Leistung von 321 MW erreichen. Das Spitzenkraftlastwerk Huntorf ist schwarzstartfähig, d.h. die Anlage kann ohne fremde Energie gestartet werden.

Kraftwerk Inbetriebnahme Brennstoff Elektrische Nettoleistung
Huntorf 1978 Erdgas 321 MW

Gasturbinenkraftwerke Audorf und Itzehoe

Ebenfalls zum Standort Wilhelmshaven gehören die vollautomatischen Gasturbinenkraftwerke Audorf und Itzehoe in Schleswig-Holstein. Die baugleichen Blöcke wurden in den siebziger Jahren in Betrieb genommen und können flexibel unter verschiedenen Teillasten gefahren werden. Aus dem kalten Zustand erreichen sie innerhalb von etwa drei Minuten Volllast. Die Anlagen werden deshalb vor allem als Schnellstarter in Belastungsspitzen oder beim kurzfristigen Ausfall eines anderen Kraftwerks eingesetzt.

Kraftwerk Inbetriebnahme Brennstoff Elektrische Nettoleistung
Audorf 1973 Öl 87 MW
Itzehoe 1972 Öl 87 MW

Dokumente

Kraftwerk Wilhelmshaven

Kraftwerk Wilhelmshaven

Zum Kraftwerk 20
26386 Wilhelmshaven